Wochenbilanz & Kalorien-Check: Der gefährliche Trend zur Strenge

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🏷️ Tag 22

Nach drei Wochen Mounjaro habe ich mir heute meine Tracking-App etwas genauer angeschaut. Die Zahlen so deutlich vor mir zu sehen, war ein kleiner Augenöffner – nicht nur im positiven Sinne.

Die Kurve sinkt – aber aus welchem Grund?

Wenn ich auf die letzten 21 Tage blicke, fällt mir etwas auf: Meine durchschnittliche Kalorienzufuhr ist von Woche zu Woche gesunken. Abgesehen von ein, zwei „Ausreißern“ pro Woche – die eigentlich ganz normales Essen waren – habe ich die Zügel immer weiter angezogen.

Meine Erklärung dafür war : „Ich spare lieber heute etwas mehr ein, um für mögliche Ausnahmen einen Puffer zu haben.“

Aber wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin: Es fühlt sich weniger nach Sicherheit an, mehr nach Kontrolle. Das ist ein Kontrollzwang. Ich fühle mich mit diesem „Sicherheitsdenken“ nicht wohl. Es fühlt sich nicht nach der Freiheit an, die ich mir von dieser Reise erhofft habe. Es entfernt mich eher von dem, was ich eigentlich erreichen möchte. Statt auf meinen Körper zu hören, höre ich auf das Rechnen im Kopf.

Ein Blick auf den Kalorienverbrauch

Manchmal hilft es mir, einen Schritt zurückzugehen und mir die Grundlagen anzuschauen. Der Körper arbeitet nicht wie ein starres System, sondern reagiert ständig auf das, was wir ihm geben.

Der tägliche Energieverbrauch setzt sich aus mehreren Teilen zusammen:

Der Grundumsatz: Die Energie, die der Körper für grundlegende Funktionen braucht – Atmung, Herzschlag, Organarbeit. Selbst in völliger Ruhe.

Der Leistungsumsatz: Alles, was durch Bewegung entsteht – vom Zähneputzen über die Arbeit bis zum Sport.

Die Thermogenese: Auch die Verarbeitung von Nahrung benötigt Energie.

Das Wichtige dabei: Wenn wir zu massiv und zu dauerhaft unter unserem Bedarf essen, signalisieren wir dem Körper Notstand. Ein gesundes Defizit ist der Schlüssel, aber “weniger ist mehr” gilt hier nicht unbegrenzt.

Mein Blick auf Woche 4

Die Zahlen zeigen eine klare Entwicklung. Und gleichzeitig sagt mir mein Gefühl: So möchte ich nicht weitermachen.

Ich möchte nicht in eine Dynamik geraten, in der ich aus Angst vor Stillstand immer weiter reduziere. Ich möchte wieder mehr auf meinen Körper hören – nicht nur auf Zahlen.

Mounjaro gibt mir die Möglichkeit, Hunger und Sättigung neu wahrzunehmen. Damit das funktionieren kann, braucht mein Körper aber auch ausreichend Energie. Mein Ziel ist es, die Kalorien auf ein stabiles, gesundes Maß zu bringen – ohne Panik vor einem „normalen“ Tag.

Denn: Eine gesunde Abnahme ist ein Marathon, kein Sprint mit angezogener Handbremse.