Wer sich mit medikamentöser Unterstützung beim Abnehmen beschäftigt, stößt früher oder später fast immer auf zwei Namen: Wegovy und Mounjaro.
Da ich selbst inzwischen seit 18 Wochen Mounjaro spritze und damit rund 14 kg abgenommen habe, werde ich immer wieder gefragt, warum ich mich dafür und nicht für Wegovy entschieden habe.
In den letzten Monaten taucht außerdem ein weiteres Thema immer häufiger auf: die sogenannte Abnehmpille. Muss man künftig überhaupt noch spritzen oder reicht bald eine Tablette?
Ich habe mir die Unterschiede einmal genauer angeschaut.
Mounjaro und Wegovy im Vergleich
Beide Medikamente aktivieren Rezeptoren, die an der Regulation von Appetit, Sättigung und Blutzucker beteiligt sind. Dadurch fällt es vielen Menschen leichter, weniger zu essen und ein Kaloriendefizit einzuhalten. Trotzdem unterscheiden sich die beiden Medikamente in einem wichtigen Punkt.
Wegovy (Semaglutid)
Wegovy enthält den Wirkstoff Semaglutid. Er wirkt als GLP-1-Rezeptor-Agonist und ahmt die Wirkung des körpereigenen Hormons GLP-1 nach.
In Studien erreichten die Teilnehmer im Durchschnitt eine Gewichtsabnahme von rund 15 % ihres Ausgangsgewichts. Wie stark die Wirkung im Einzelfall ausfällt, kann jedoch deutlich variieren.
Mounjaro (Tirzepatid)
Mounjaro enthält den Wirkstoff Tirzepatid. Dieser aktiviert sowohl den GLP-1- als auch den GIP-Rezeptor und wird deshalb als dualer GIP-/GLP-1-Rezeptor-Agonist bezeichnet.
In Studien wurde – abhängig von der Dosierung – eine durchschnittliche Gewichtsabnahme von bis zu etwa 20 bis 22,5 % des Ausgangsgewichts erreicht. Auch direkte Vergleichsstudien zwischen Tirzepatid und Semaglutid zeigten eine stärkere durchschnittliche Gewichtsabnahme unter Tirzepatid. Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Mensch mit Mounjaro automatisch mehr Gewicht verliert. Wie gut ein Medikament wirkt, ist immer individuell.
Warum ich mich für Mounjaro entschieden habe
Für mich persönlich waren zwei Punkte ausschlaggebend.
Zum einen haben mich die bisherigen Studienergebnisse überzeugt. Zum anderen bietet der Mounjaro-KwikPen die Möglichkeit, die Dosis in kleineren Zwischenschritten zu steigern. Genau das habe ich gemacht. Ich bin mit 1,25 mg gestartet und habe die Dosis langsam erhöht, immer dann, wenn ich das Gefühl hatte, dass der Food Noise wieder stärker wurde.
Dieses Vorgehen war meine persönliche Entscheidung und hat sich für mich bewährt. Ich konnte meinen Körper gut beobachten und hatte nur wenige Nebenwirkungen.
Was steckt hinter der sogenannten Abnehmpille?
Viele Menschen wünschen sich eine Alternative zur wöchentlichen Injektion. Deshalb wird derzeit intensiv an Medikamenten gearbeitet, die als Tablette eingenommen werden können.
Dabei muss man allerdings unterscheiden.
Orales Semaglutid
Novo Nordisk hat eine hochdosierte Tablettenform von Semaglutid zur Behandlung von Übergewicht entwickelt. Je nach Land befindet sie sich bereits im Zulassungsverfahren oder ist schon verfügbar.
Da Semaglutid im Magen nur schlecht aufgenommen wird, enthält die Tablette zusätzlich einen Hilfsstoff. Dieser verbessert die Aufnahme des Wirkstoffs über die Magenschleimhaut.
Orforglipron
Auch Eli Lilly arbeitet an einer Tablette mit dem Wirkstoff Orforglipron. Der Wirkstoff funktioniert ähnlich wie GLP-1-basierte Medikamente, ist aber anders aufgebaut als Semaglutid. Dadurch kann er als normale Tablette entwickelt werden und benötigt nicht die gleiche spezielle Unterstützung für die Aufnahme im Magen.
Welche Vor- und Nachteile haben Tabletten?
Eine Tablette klingt zunächst einfacher als eine Spritze. Ganz so unkompliziert ist es allerdings nicht.
Bei oralem Semaglutid muss die Einnahme morgens auf nüchternen Magen erfolgen. Anschließend sollte mindestens 30 Minuten lang weder gegessen noch getrunken werden. Auch andere Medikamente sollten in dieser Zeit möglichst nicht eingenommen werden.
Außerdem kann die Aufnahme des Wirkstoffs bei Tabletten stärker schwanken als bei einer Injektion unter die Haut.
Für Menschen mit ausgeprägter Spritzenangst kann eine Tablette trotzdem eine interessante Alternative sein.
Mein Fazit
Ich finde es spannend, wie schnell sich die Behandlungsmöglichkeiten im Bereich Übergewicht weiterentwickeln.
Für mich persönlich passt der wöchentliche Rhythmus mit Mounjaro sehr gut. Ich muss nur einmal pro Woche an die Injektion denken und komme damit im Alltag gut zurecht. Außerdem habe ich mit meiner langsamen Dosiserhöhung sehr gute Erfahrungen gemacht.
Ob langfristig eine Spritze oder eine Tablette die bessere Wahl ist, lässt sich aus meiner Sicht nicht allgemein beantworten. Entscheidend ist, welche Behandlung medizinisch geeignet ist und womit man persönlich gut zurechtkommt.