
Heute Morgen war wieder Wiegetag. Ich bin auf die Waage gestiegen, habe die Zahl gesehen und für einen kurzen Moment innegehalten. Minus 0,5 kg in dieser Woche.
Nach den fast zwei Kilo aus der Vorwoche wirkte das im ersten Augenblick wenig. Ein kurzer Anflug von Enttäuschung war da. Doch während ich noch vor der Waage stand, hat sich etwas verschoben. Mein Blick wurde klarer – und mein Kopf hat angefangen, die Situation anders einzuordnen.
Der Blick hinter die Zahl
Natürlich kam mir der Gedanke: Hätte ich mich vielleicht gestern Morgen wiegen sollen, bevor der Grillabend und der Aperol Spritz dazwischenkamen? Vermutlich wäre die Zahl dann niedriger gewesen. Aber wenn ich ehrlich bin, hätte sich das nicht richtig angefühlt. Diese Zahl heute gehört zu dieser Woche – genauso wie der Abend gestern.
Wenn ich die 500 Gramm etwas ruhiger betrachte, zeigen sich für mich drei Dinge:
- Abnahme bleibt Abnahme: Ein halbes Kilo pro Woche ist ein Tempo, das sich langfristig tragen lässt. Auf ein Jahr gerechnet wären das 26 Kilo!
- Realitätscheck: Die Entwicklung verläuft nicht jede Woche gleich. Nach einer stärkeren Abnahme folgt oft eine Phase, in der sich alles etwas einpendelt.
- Der Kontext zählt: Die Zahl steht da – direkt nach einem Abend mit Essen und Getränken, die früher oft aus dem Rahmen gefallen wären. Dass trotzdem ein Minus bleibt, verändert die Perspektive.
Ein anderer Umgang
Was mich aber viel mehr freut als die 500 Gramm, ist mein Umgang mit dem gestrigen Tag. Vor Mounjaro wäre so ein Grillabend für mich nicht so harmlos ausgegangen. Gestern war es anders. Ich habe gegessen, ich habe den Abend genossen, und gleichzeitig hatte ich ein Gefühl von Orientierung. Nicht als strenge Kontrolle, sondern eher als ein innerer Rahmen, der mitläuft.
Im Vergleich zur Vorwoche, in der viele Gedanken sehr eng und kontrollierend waren, fühlt sich mein Umgang gerade etwas weiter an. Ich tracke meine Kalorien entspannter. Ich lasse Situationen zu, ohne danach alles ausgleichen zu wollen.
Ein Schritt in Richtung Balance
Der Moment auf der Waage heute war kein Rückschritt, sondern eher eine Erinnerung daran, den Fokus zu verschieben. Weg von der reinen Zahl, hin zu dem, was im Alltag tragfähig ist.
Die körperliche Veränderung läuft weiter. Gleichzeitig entwickelt sich mein Umgang damit Schritt für Schritt. Weg vom „Alles oder Nichts“ und hin zu etwas, das sich ausgewogener anfühlt.
Mounjaro unterstützt meinen Körper. Wie ich denke, bewerte und reagiere, verändert sich parallel dazu.
Ich beende Woche 4 deshalb nicht mit Enttäuschung, sondern mit einem ruhigeren Gefühl. Nicht, weil alles perfekt war, sondern weil es sich stimmig angefühlt hat – auch mit einem Ergebnis von 500 Gramm.