
Die zweite Woche mit meiner 1,75mg Mounjaro-Dosis (Tirzepatid) ist vorbei und ich blicke auf sieben Tage zurück, die kaum unterschiedlicher hätten sein können. Wenn ich eines gelernt habe: Die Spritze ist ein wirkungsvolles Werkzeug – aber das Leben (eine Geburtstagsfeier oder ein Ostersonntag) findet trotzdem statt.
Disziplin trifft auf Buffet
Von Montag bis Donnerstag lief es sehr ruhig und strukturiert. Mein Hungergefühl ist im Vergleich zur Vorwoche noch einmal deutlich in den Hintergrund getreten. Die 1,75 mg fühlen sich aktuell wie eine sehr stimmige Dosis an – ich vertrage sie gut und nehme kaum Nebenwirkungen wahr.
Der erste Härtetest kam am Freitag: eine Feier, ein großes Buffet und auch alkoholische Getränke. An diesem Tag konnte ich beim besten Willen nicht tracken, und meine Schätzung liegt vermutlich bei über 3000 Kalorien. Das Überraschende: Mein Essverhalten fühlte sich trotzdem kontrolliert und bewusst an. Trotz des Überflusses habe ich genussvoll gegessen, ohne mich zu verlieren. Insgesamt ging es mir an diesem Tag sehr gut.
Wenn der Kopf das Kommando übernimmt
Ganz anders war es am Ostersonntag. Familienessen. Es gab eines meiner absoluten Lieblingsgerichte. In diesem Moment hatte mein Kopf die Entscheidung schon getroffen, bevor mein Körper überhaupt reagieren konnte: Ein zweiter Teller musste sein. Später kam noch ein Stück Kuchen dazu.
Am Abend habe ich die Konsequenz deutlich gespürt. Mein Körper fühlte sich überfüllt an, mir war unwohl und leicht übel. Es war schlicht zu viel. Auch wenn ich das Essen in diesem Moment genossen habe, zeigt mir mein Körper inzwischen sehr klar: Die Mengen, die sich früher normal angefühlt haben, passen heute nicht mehr. Mein Kopf darf sich erst noch daran gewöhnen.
Die Bilanz: Warum ich vorerst nicht erhöhe
Trotz der ungewohnten Tage und kleiner Ausreißer gab es heute Morgen eine große Überraschung auf der Waage: weitere -2 kg.
Das zeigt mir zwei Dinge:
Mein Körper arbeitet auch an den Tagen weiter, an denen es nicht perfekt läuft.
Und die 1,75 mg beeinflussen mein Hungergefühl aktuell so deutlich, dass sich die Woche insgesamt dennoch stimmig anfühlt.
Mein Start in Woche 3: Ich werde die Dosis vorerst nicht erhöhen. Ich fühle mich mit den 1,75 mg sicher und gut begleitet. Heute Abend steht die dritte Injektion an, und ich freue mich ehrlich gesagt darauf, ab morgen wieder in meine ruhigen Mahlzeiten und gewohnten Abläufe zurückzukehren. Mein Körper scheint gerade genau diese Struktur zu brauchen.
Auf in Woche 3.