
Heute war wieder Wiegetag und ich habe einen Meilenstein erreicht, der sich vor wenigen Monaten noch sehr weit entfernt angefühlt hat: Ich habe in 9 Wochen genau 10,0 kg abgenommen. Zweistellig. Zehn Kilo Gewicht, das ich nicht mehr mit mir herumtragen muss. Wenn ich diese Zahl lese, spüre ich natürlich Freude und Erleichterung, das muss ich zugeben.
Aber wenn ich tiefer in mich hineinhöre, überwiegen aktuell eher die negativen, bedrückten Gefühle.
Zwischen Fortschritt und Verunsicherung
Zum einen ist da der Haarausfall, der mich nach wie vor bedrückt. Es fällt mir schwer, dabei gelassen zu bleiben, weil Haare eng mit dem eigenen Körpergefühl verbunden sind. Ich versuche weiterhin, meinen Körper bestmöglich zu unterstützen. Ich halte meinen Proteingehalt hoch, ernähre mich ausgewogen und nehme seit über einer Woche zusätzlich die Orthomol Hair Intense Tabletten ein. Mehr liegt aktuell nicht in meiner Macht. Ich muss darauf vertrauen, dass mein Körper sich reguliert und der Haarausfall sich in ein paar Wochen bessert. Ich glaube fest daran.
Zum anderen ist das Thema Essen wieder zu präsent in meinem Kopf. Durch die Erhöhung auf 2,0 mg ist der Heißhunger nicht komplett verschwunden. Er wurde zwar leichter, aber er ist immer noch da. Die Unbeschwertheit der ersten Wochen ist nicht zurück gekehrt.
Die Angst vor dem Kontrollverlust
In Kürze stehen mir zwei Wochen Urlaub bevor. Und statt reiner Vorfreude spüre ich wegen dem vorhandenen Food Noise im Moment vor allem eins: Angst.
Ich ertappe mich bei dem Gedanken, dass ich im Urlaub Appetit auf absolut alles bekommen könnte, was ich sehe. Ich habe Angst vor Kontrollverlust. Angst ist kein schönder Begleiter, aber ich kann sie nicht per Knopfdruck ausschalten.
Der rationale Teil in mir weiß ganz genau, dass ich diese Angst nicht haben müsste und dass Genuss, Urlaub und gutes Essen zusammengehören dürfen. Ich möchte Pasta essen, Eis genießen und schöne Abende erleben, ohne alles zu analysieren oder ausgleichen zu wollen. Aber mein emotionaler Part steckt aktuell noch tief in den alten Mustern, die sich über Jahre eingebrannt haben.
Warum ich heute auf 2,5 mg erhöhe
Weil der Food Noise aktuell mit den 2,0 mg einfach noch zu präsent ist, werde ich heute, mit der 10. Spritze, auf 2,5 mg erhöhen. Dieser Schritt gibt mir ein deutlich besseres, sichereres Gefühl für die anstehenden Urlaubswochen. Und wenn man es ganz nüchtern betrachtet, erhöhe ich damit „nur“ auf die reguläre Einstiegsdosis von Mounjaro. Da ich mich in kleinen Schritten herangetastet habe, fühlt es sich für mich richtig und kontrolliert an.
Ich bin unglaublich gespannt, wie es mir mit dieser Erhöhung gehen wird. Ich hoffe sehr, dass die 2,5 mg mir genau die mentale Stütze und die Ruhe im Kopf zurückgeben, die ich brauche, um die kommenden Wochen nicht mit Angst, sondern mit echter, entspannter Urlaubsfreude zu verbringen.
10 Kilo sind geschafft und das fühlt sich toll an. Jetzt arbeite ich weiter an der mentalen Freiheit.
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