Zwanzig Wochen. Zwanzig Sonntage auf der Waage. Zwanzig Wochen, in denen ich viel beobachtet, gelernt und über mich selbst nachgedacht habe. Wenn mir am 22. März 2026 jemand erzählt hätte, wo ich heute stehen würde, hätte ich das wahrscheinlich kaum geglaubt.
Heute ist der offizielle Wiegetag von Woche 20 und ich stehe bei -14,7 kg. Mein BMI ist seit Beginn um 5,09 Punkte gesunken.
Und dann gab es in dieser Woche noch einen kleinen persönlichen Meilenstein: Am Freitag hatte ich auf der Waage tatsächlich schon die 15-Kilo-Marke geknackt. Am Wochenende kamen ein paar schöne Ausnahmen dazwischen, sodass das Ergebnis am offiziellen Wiegetag wieder etwas darunter lag.
Das stört mich inzwischen überhaupt nicht mehr. Ich freue mich über die Entwicklung, genieße die schönen Momente und merke, dass ich mit solchen Schwankungen inzwischen viel entspannter umgehen kann.

Die drei großen Phasen meiner 20 Wochen
Wenn ich auf die Zahlen und meine Stimmung der vergangenen 20 Wochen zurückblicke, lassen sich für mich drei unterschiedliche Phasen erkennen.
Phase 1: Der vorsichtige Start – Woche 0 bis 6
Start-Dosis: 1,25 mg bis 1,75 mg
Stimmung: nervös und entschlossen → dankbar → gedrückt → unbeschwert
Der Anfang war vor allem von Respekt vor dem Medikament geprägt. Ich habe sehr vorsichtig begonnen und die Dosis in kleinen Zwischenschritten erhöht.
Gewichtstechnisch ging es in dieser Zeit relativ schnell nach unten. Nach fünf Wochen waren es bereits 7,3 kg weniger.
Emotional war diese erste Phase allerdings wechselhaft. Neben großer Dankbarkeit kamen auch immer wieder alte Gedanken und Unsicherheiten hoch. Trotzdem hatte ich nach diesen ersten Wochen das Gefühl, dass sich etwas verändert hatte und ich mich auf das weitere Geschehen einlassen konnte.
Phase 2: Das erste Plateau und der Urlaubs-Akku – Woche 7 bis 12
Dosis-Anpassung: zunächst 2,0 mg, anschließend 2,5 mg
Stimmung: glücklich → verunsichert → urlaubsreif → überwältigt
In dieser Phase kam das erste größere Plateau. Rund um Woche 8 bis 10 bewegte sich mein Gewicht nur wenig und lag weiterhin bei ungefähr 10 kg Gewichtsverlust.
Das hat mich zunächst verunsichert. Gleichzeitig merkte ich, dass ich insgesamt ziemlich erschöpft war und dringend eine Pause gebrauchen konnte.
In dieser Zeit erhöhte ich meine Dosis zunächst auf 2,0 mg und später auf die offizielle Einstiegsdosis von 2,5 mg. Danach fühlte sich mein Alltag für mich wieder stabiler an.
Auch der Urlaub hat mir gutgetan. Danach ging es auf der Waage wieder deutlicher weiter.
Phase 3: Gelassenheit und neue Erfahrungen – Woche 13 bis 20
Dosis: konstant 2,5 mg
Stimmung: motiviert → erstaunt → ungeduldig → gelassen und entspannt
Die vergangenen Wochen waren für mich vor allem eine Zeit, in der ich viel über mich selbst gelernt habe.
Ich habe beobachtet, wie mein Körper auf bestimmte Lebensmittel reagiert, und dabei auch gemerkt, dass sehr deftige Mahlzeiten unter Mounjaro für mich nicht immer angenehm sind. Ich habe gelernt, einzelne Ausnahmen nicht sofort zu bewerten und mich von einem Plus auf der Waage weniger verunsichern zu lassen.
Auch das Thema Haarausfall hat mich in dieser Phase beschäftigt und emotional gefordert.
Gleichzeitig merke ich, dass sich meine Haltung zum Abnehmen verändert hat. Ein Kilo mehr nach einer Woche mit einigen Ausnahmen bringt mich inzwischen nicht mehr aus dem Konzept. Ich weiß, dass Gewicht schwankt und versuche, die Entwicklung über einen längeren Zeitraum zu betrachten.
Mein Fazit nach 20 Wochen
Dass ich inzwischen seit elf Wochen konstant bei 2,5 mg bin, fühlt sich für mich gut an. Ich habe die Dosis bewusst langsam gesteigert und konnte dadurch viel beobachten, was für mich persönlich funktioniert und was eher nicht.
In den vergangenen 20 Wochen habe ich fast 15 kg verloren. Noch wichtiger finde ich allerdings, was sich dabei in meinem Umgang mit Essen und meinem Körper verändert hat.
Ich beobachte meine Gedanken heute viel bewusster und erkenne manche alten Muster schneller. Ich merke außerdem, dass ich nicht mehr jede Schwankung auf der Waage sofort emotional bewerten muss.
Natürlich ist noch nicht alles selbstverständlich und es gibt weiterhin Tage, an denen mich bestimmte Gedanken beschäftigen. Aber wenn ich auf die letzten 20 Wochen zurückblicke, merke ich, wie viel sich bereits verändert hat.
Ich bin sehr zufrieden mit dem, was ich bisher erreicht habe, und gespannt darauf, wie es weitergeht.