Die Waage zeigt nach unten. Die Richtung stimmt. Faktisch läuft alles nach Plan. Und trotzdem sitze ich am Abend da und merke: Mein Kopf ist gerade mein härtester Kritiker.
Die Falle der Perfektion
Heute war Tag 20. Ich wurde spontan zum Frühstück eingeladen. Eigentlich eine schöne Geste. Aber anstatt mich auf die Gespräche und die gemeinsame Zeit mit meinen Lieben zu freuen, begann in meinem Kopf sofort das Rechnen.
Anstelle meines gewohnten 400-kcal-Smoothies gab es Brötchen, Aufschnitt und vieles mehr. Ich habe bewusst und eher wenig gegessen, vorsichtig gewählt. Objektiv betrachtet war alles im Rahmen. Und trotzdem blieb danach ein Gefühl: Schuld.
„Alles oder Nichts“ – ein bekanntes Muster
Ich merke, wie ich wieder in ein Muster rutsche, das ich gut kenne: Strenge.
Nach dem Frühstück habe ich den restlichen Tag gedanklich bereits eingeschränkt. Ich habe überlegt, wo ich noch kürzen kann, um dieses vermeintlich „große“ Frühstück auszugleichen – obwohl es eigentlich ein ganz normales Frühstück war. Ich wollte mein Defizit retten und unbedingt halten.
Dieses „Alles oder Nichts“ begleitet mich schon lange. Ein Mittelmaß zuzulassen fühlt sich oft ungewohnt an. Fast so, als müsste ich es erst lernen.
Der Wunsch nach Kontrolle
In den letzten Tagen spüre ich diesen inneren Druck stärker. Ich versuche, mein Defizit bewusst hochzuhalten – mit dem Gedanken, dass im Alltag ohnehin Ausnahmen kommen. Doch dieses ständige Rechnen hat seinen Preis.
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Meine Gedanken kreisen wieder mehr um Essen.
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Ich denke in Verboten.
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Ich fühle mich eingeschränkt – obwohl genau das eigentlich weniger werden sollte.
Eine wichtige Erkenntnis
Fakt ist: Ein Tag ohne Defizit macht nichts kaputt. Ein normales Frühstück ruiniert keine Wochenbilanz und verändert keine ganze Entwicklung.
Belastend ist der Druck, den ich mir selbst mache.
Mounjaro unterstützt meinen Körper. Aber mein Umgang mit Essen – weg von Kontrolle und Verzicht, hin zu mehr Balance – ist ein eigener Prozess. Und der ist nicht immer leicht.