Es war Sonntagabend. Ich lag bereits im Bett, ein Auge war gefühlt schon im Tiefschlaf und der Tag eigentlich gelaufen. Und genau in diesem Moment fiel es mir plötzlich wieder ein: Mist, du hast deine Spritze vergessen.
Es war bereits die zweite Woche in Folge, dass mir die Injektion erst sehr spät am Abend eingefallen ist. Die Erinnerung an meinem Handy hat mir hier auch nicht geholfen.
Was hinter dieser Vergesslichkeit steckt
Dass mir die Spritze beinahe durchgerutscht ist, sehe ich inzwischen eher als Zeichen dafür, wie sehr sich meine Einstellung zu Essen und auch zu Mounjaro verändert hat.
1. Der Food Noise nimmt weniger Raum ein
Wenn sich die Gedanken nicht mehr ständig um Essen, Diätpläne oder die nächste Heißhunger-Attacke drehen, verliert auch das Medikament einen Teil seiner früheren Präsenz. Mounjaro gehört weiterhin zu meinem Alltag, aber es bestimmt ihn gedanklich nicht mehr so stark wie am Anfang.
2. Mein Umgang mit Hunger hat sich verändert
Mein Hungergefühl ist mir inzwischen vertrauter und es ist leichter einzuordnen. Ich kann besser wahrnehmen, wann ich tatsächlich Hunger habe und wann es eher andere Gründe für den Wunsch nach Essen gibt. Das bedeutet nicht, dass ich gar keinen Hunger oder Appetit mehr habe. Beides gehört für mich weiterhin ganz selbstverständlich zum Alltag.
3. Heißhunger kontrolliert mich nicht mehr
Ab und zu kommt auch bei mir noch ein stärkeres Verlangen nach bestimmten Lebensmitteln auf. Der große Unterschied zu früher ist für mich, dass ich meistens besser damit umgehen kann. Ich muss diesem Gefühl nicht sofort nachgeben, kann es aber genauso gut zulassen, wenn ich etwas Bestimmtes wirklich essen möchte. Dieses Heißhungergefühl hat viel weniger Macht über mich.
Vom großen Thema zum festen Bestandteil des Alltags
Mounjaro war für mich in den ersten Monaten ein sehr großes Thema. Die erste Spritze war mit viel Nervosität verbunden und auch danach habe ich genau beobachtet, wie mein Körper und mein Essverhalten darauf reagieren.
Inzwischen ist die Injektion einfach ein Bestandteil meines Sonntags geworden.
Das Medikament ist mir weiterhin wichtig, aber es steht gedanklich nicht mehr ständig im Vordergrund. Am Sonntag habe ich mich natürlich noch einmal aus dem Bett gequält, meine Spritze gesetzt und bin danach wieder ins Bett gegangen.
Diese kleine Alltagssituation zeigt mir, wie viel sich seit meinem ersten Tag verändert hat.