Der stille Moment vor dem ersten Klick

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Es ist soweit: Heute Abend werde ich die erste Dosis Mounjaro (1,25 mg Tirzepatid) injizieren. Ich wähle bewusst eine niedrigere Einstiegsdosis, um mögliche Nebenwirkungen gering zu halten.

Ich sitze hier zwischen meinen Notizen, meiner neuen Wasserflasche und einer seltsamen Stille im Kopf. Die letzten Wochen waren geprägt von Recherche, Gesprächen und dem Abwägen von Pro und Contra. Jetzt gibt es kein Zurück mehr – und ehrlich gesagt, will ich das auch gar nicht.

Die Bestandsaufnahme (der harte Teil)

Heute Morgen habe ich die Vorbereitungen getroffen, die wehtun, aber notwendig sind. Ich bin auf die Waage gestiegen. Die Zahl zu sehen, war wie ein Schlag in den Magen, auch wenn ich sie insgeheim kannte. Aber heute ist das letzte Mal, dass diese Zahl Macht über meine Laune hat. Ab jetzt ist sie nur noch ein Datenpunkt in meinem Protokoll.

Ich habe „Vorher-Bilder“ gemacht – in Unterwäsche und in dieser einen Jeans, die ganz hinten im Schrank liegt, weil deren Knopf schon lange nicht mehr zugeht. Es war unangenehm, sich so ungefiltert im Spiegel zu sehen, aber ich schulde es meinem zukünftigen Ich, diesen Startpunkt festzuhalten.

Das „Henkersmahl“ und der Abschied

Ich bin ehrlich: Heute habe ich noch einmal alles gegessen, von dem ich glaube, dass es in der nächsten Zeit keinen Platz mehr in meinem Leben haben wird. Ein klassischer Reflex bei Binge Eating – die Angst vor Mangel. Doch während ich aß, wurde mir klar:

Ich verabschiede mich nicht vom Genuss, sondern von dem Zwang, das Essen als Betäubung zu brauchen.

Warum ich mich für Mounjaro entschieden habe

Mounjaro ist für mich keine „Abkürzung“. Es ist die Hoffnung auf eine Atempause. Eine Pause von dem ständigen Food Noise, der mein Leben dominiert. Ich möchte lernen, wie es ist, satt zu sein. Ich möchte lernen, zu essen, um zu leben – und nicht andersherum.

Mein Setup für heute Abend

  • Der Pen liegt bereit.
  • Mein Journal liegt auf dem Nachttisch.
  • Ein Glas Wasser mit Elektrolyten steht daneben.

Morgen beginnt Woche 1. Ich habe Angst, ja. Aber die Freude auf ein Leben ohne die Fesseln des Binge Eatings ist größer.

Und morgen geht es weiter mit dem Protokoll der ersten 24 Stunden. Hast du Fragen zu meinem Start? Schreib mir gerne.