In den letzten Wochen habe ich oft darüber geschrieben, wie sehr sich mein Verhältnis zum Essen verändert hat. Vor allem dieses Gefühl, dass das Thema Essen nicht mehr permanent im Mittelpunkt meiner Gedanken steht, hat für mich unglaublich viel verändert.
Doch in den vergangenen Tagen habe ich gemerkt, dass sich etwas verschiebt.
Die Gedanken rund ums Essen nehmen wieder mehr Raum ein. Nicht extrem, nicht so wie früher – aber deutlich genug, dass ich es wahrnehme.
Wenn aus Appetit wieder innerer Druck wird
Mit meinen 1,75 mg kam ich bisher wirklich gut zurecht. Die letzten Wochen fühlten sich stabil an. Hunger war vorhanden, aber in einem normalen Rahmen. Ich konnte essen, genießen und trotzdem klar entscheiden. Die permanente mentale Beschäftigung mit Essen hatte in den letzten Wochen deutlich nachgelassen.
Diese Woche war anders.
Der Food Noise wurde spürbar stärker. Es waren nicht nur kurze Gedanken an Essen oder Appetit auf etwas Bestimmtes. Heute hatte ich zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder echten Heißhunger. Und das hat mich überrascht.
Nicht, weil ich Angst davor hatte, sondern weil ich gemerkt habe, wie anstrengend sich dieses innere Ziehen früher ständig angefühlt haben muss. Plötzlich war da wieder dieses Verhandeln im Kopf. Dieses „Iss noch etwas“ oder „Du könntest jetzt eigentlich noch…“.
Ich konnte damit umgehen. Aber es hat Kraft gekostet.
Die Frage nach der richtigen Dosierung
Deshalb stelle ich mir gerade ehrlich die Frage, ob ich mit meiner aktuellen Dosierung langsam an einen Punkt komme, an dem sie für mich nicht mehr ganz ausreicht.
Vielleicht hat sich mein Körper inzwischen stärker daran gewöhnt. Vielleicht ist es aber auch einfach nur eine vorübergehende Phase. Ich versuche gerade, das möglichst ruhig zu beobachten, statt sofort zu reagieren.
Trotzdem merke ich: Für mich geht es nicht darum, möglichst lange auf einer niedrigen Dosis zu bleiben oder besonders „diszipliniert“ zu wirken. Mein Ziel war nie, mich ständig zusammenreißen zu müssen.
Mounjaro ist für mich ein Werkzeug, das mir helfen soll, einen entspannteren Umgang mit Essen zu entwickeln. Wenn ich merke, dass dieser innere Druck wieder stärker wird, dann gehört es für mich auch dazu, ehrlich hinzuschauen.
Meine Überlegung für Sonntag
Deshalb denke ich im Moment darüber nach, am Sonntag auf 2,0 mg zu erhöhen. Es ist kein großer Sprung, sondern eher eine kleine Anpassung. Vielleicht reicht genau dieser Schritt aus, damit sich dieses konstante Hintergrundrauschen wieder beruhigt.
Diese Woche zwigt mir, dass der Weg nicht vollkommen linear verläuft. Es gibt Phasen, in denen vieles leicht wirkt, und andere, in denen man wieder genauer hinhören muss. Im Moment versuche ich genau das zu tun: beobachten, einordnen und herausfinden, was mein Körper gerade braucht.
Eine neue Form der Aufmerksamkeit
Früher habe ich Hunger oft entweder ignoriert oder gegen ihn angekämpft. Heute versuche ich, genauer zu unterscheiden:
Was ist echter Hunger? Was ist Appetit? Was ist Gewohnheit? Und was ist emotionaler Druck?
Allein diese Fragen bewusst wahrzunehmen, fühlt sich schon nach einer Veränderung und Fortschritt an.